Friday, January 6, 2012

Jamaica ist in der Karibik, nicht an der Saar

Und Kalkutta liegt am Ganges, Paris liegt an der Seine...

Manche Dinge sind einfach nicht fuereinander gemacht. Und die etablierten Parteien des deutschen Systems sind einfach zu unterschiedlich um einen ménage à trois à la Sarre eine ganze Legislaturperiode ueberstehen zu lassen. Politiker scheinen eher machtbesessen zu sein als den tatsaechlichen Waehlerwillen in ihren Koalitionsvertraegen abzubilden. Schade eigentlich. Wozu waehlt man sie dann eigentlich?

Haette Jamaica tatsaechlich in Saarbruecken, Voelklingen usw. geklappt, dann sollte auch ein Bob Marley Ministerpraesident sein und das ganze Bundesland nachmittags in einen Drogenrausch versinken. All das ist nicht passiert. Und aus meiner Aussenansicht ist an der Saar auch sonst nicht viel Erwaehnenswertes passiert seit Beginn dieser unsaeglichen Koalition. Es war eher eine schlechte Zweckehe. Fuer die Politiker ist es nun an der Zeit, den Waehlerwillen in einer naechsten Koalition abzubilden (vorausgesetzt keine Partei erreicht eine Mehrheit) und zumindest eine gute Zweckehe umzusetzen.

Christian Wulff? Christian Wer?

Ich muss zugeben, das momentane Theater um den deutschen Bundespraesidenten hat schon etwas Groteskes. Da wird einerseits die Effektheischerei der Boulevardpresse bestens bedient vom Praesidenten selber, andererseits heisst es, die Sau werde durchs Dorf getrieben. Wer mal die markigen Anrufbeantwortersprueche gehoert hat, die WDR Politikum spasseshalber zusammengestellt hat wird am meisten zu lachen haben (mein Favorit: "bitte 1x die 17 aber ohne Meerrettich, ach hab ich jetzt die Wiederwahl gedrueckt oder was...?").

Mich persoenlich laesst die ganze Diskussion ziemlich kalt, aber vielleicht bin ich einfach nur von den vielen so offensichtlich korrupten Nahostpolitikern abgebrueht. Aber auch jeder Politiker in Deutschland sollte sich ueberlegen, ob es statthaft ist, den ersten Stein zu werfen.

Was jedoch nicht hinnehmbar ist, ist die Salamitaktik mit der die Informationen vom Staatsoberhaupt herausgegeben werden. Das gibt den Kritikern nur immer mehr Futter und der Boulevardpresse mehr Stoff um die Story beim Leben zu halten.

Monday, April 4, 2011

(Sch)Westerwelle, die Letzte

Wir alle lernen in Carmina Burana, dass sich das Rad immer weiter drehen wird. Und so ist der Lauf des Lebens nicht aufzuhalten. Viele haben's versucht, jeder ahnt wieviele Schoenheitsoperationen Divas wie Michael Jackson hinter sich haben. Ueber die Resultate laesst sich allerdings streiten.
Der Lauf der Politik ist aehnlich, denn auch dort geht die Party immer weiter. Lang erwartet, von manchen heiss ersehnt, trat Guttenberg zurueck nachdem aus dem Skandaelchen ein Skandal wurde. Und nun ist Westerwelle an der Reihe gewesen. So dreht und dreht sich das Personalkaroussel in der deutschen Politik wieder ein Stueck weiter. Schon bald wird die Personalie Westerwelle unter ferner liefen eingestuft werden. Der normale Buerger hat sich daran gewoehnt, dass Politiker auswechselbar sind. Und es schockiert nur die wenigsten, wenn mal wieder ein Abgang gemeldet wird.
Auch Politiker muessen die Zeichen der Zeit erkennen und ihre Schluesse ziehen. Nicht nur Wirtschaftsbosse oder einfache Angestellte. Ist die Leistung verfehlt, sind Konsequenzen noetig. Das sollte in der Politik ebenso selbstverstaendlich sein wie in der freien Wirtschaft.

Sunday, March 6, 2011

Die (ausge)fabelhaften Guttenbergs

Dem (mittlerweile ehemaligen) deutschen Verteidigungsminister zu Guttenberg ist dieser Tage viel zu verdanken. Beinahe haette er die Freiheitskaempfe in Libyen vergessen gemacht und seine Popstar-gleiche Popularitaet hat in weiten Teilen der Bevoelkerung offenbar nicht gelitten.

Nun frage ich mich, ob es sich fuer einen Politiker wirklich schickt, eine wissenschaftliche Arbeit derartig mit unmarkierten Zitaten zu versieben, dass sie am Ende gar nicht mehr als eigene Schoepfung gelten darf. In meiner Zeit an der Universitaet war die Sache sehr einfach: wer schummelt, fliegt raus. Dass man dann ggf. auch seinen Titel zurueckgeben muss, war damals allen klar. Und das sollte auch einem so sehr gefeierten Politiker bewusst sein. Von hohen moralischen oder qualitativen Anspruechen (hier sinngemaess von mir zitiert, jedoch ohne genaue Quellenangabe und Zitatstriche) ist nicht mehr viel uebrig.

Witzige Randbemerkung: Gibt man auf google.com die Begriffe
guttenberg moralische ansprueche rede originaltext
ein, so ist heute der 6. Treffer bereits ein Link auf wikipedia.de zu 'Grimms Maerchen' zu finden.

Friday, January 14, 2011

Nordzypern

So, Angie hat es also nach Zypern geschafft. Hoert man Zypern, denkt man gerne an traumhafte Straende, tolle Hotels und... eine geteilte Insel. Selbst Nikosia ist zweigeteilt und es wirkt bei einem Besuch hueben wie drueben wie ein Anachronismus. Als Deutscher denkt man ja gerne, dass nach der Ueberwindung der deutschen Teilung alle anderen geteilten Laender/Nationen auch wiedervereinigt werden sollten. Den Jemen zum Beispiel, wo das Experiment nach wie vor mit grossen Schwierigkeiten verbunden ist, wuerde ich als zumindest teilweise gescheitertes Experiment in dieser Hinsich darstellen.

Die Situation in Zypern scheint mir anders zu sein. Hier gibt es noch reichlich Polemik, offensichtlich v.a. auf griechisch-zyprischer Seite. Dass die Inseltuerken per Referendum eindeutig fuer eine Wiedervereinigung und die Inselgriechen dagegen gestimmt haben zeigt mir zumindest, dass die Menschen im Sueden nur bedingt Interesse an einer Wiedervereinigung haben, bei der sie zwar ein wiedervereinigtes Land haben, aber nicht nach Gutduenken darueber bestimmen koennen. Das weckt Gefuehle an die 60er und 70er-Jahre.

Dass Angela Merkel es ueberhaupt nach Zypern (und sogar Malta!) geschafft hat, ist zwar sicherlich begruessenswert, aber dass sie nicht auch ein klares Zeichen gesetzt hat indem sie auch in den Norden reist - das erschliesst sich mir nicht. Man muss immer mit beiden Streithaehnen sprechen, um die Wahrheit herauszufinden und sich eine wirkliche Meinung bilden zu koennen. Ein 'rein touristischer' Besuch im Norden haette ihr nicht nur ein paar Perlen der zyprischen Architektur und Kultur gezeigt, sondern auch Einfuehlungsvermoegen als Kanzlerin eines ehemals geteilten Landes demonstriert. Eine verpasste Chance.

Friday, December 17, 2010

Syrian Air

Vielfach kommt es vor, dass Webseiten sich vor dem Aussaugen von Daten schuetzen, indem sie ein Bild mit schwer erkennbaren Buchstaben zeigen, die man tippen muss bevor man eine Abfrage starten kann. Ein Paradebeispiel dafuer ist seit einigen Jahren der deutsche NIC, wo man die Inhaber deutscher Web-Domains ermitteln kann.

Neulich in Syrien: Syrian Air laesst wissen, dass es 15% Rabatt auf Fluege gibt. Also nix wie auf die Webseite gegangen um zu schauen, wieviel sich sparen laesst. Und siehe da...

Manchmal geht da irgendwas schief. Ich hab mir jedenfalls vor Lachen halb in die Hose gemacht!

Brand Stealing

Man kann sich ueber Markenschutzrechte Gedanken machen... oder einfach in einem Land leben, wo so etwas quasi nicht existiert. Der Blick richtet sich zum Beispiel nach Irak.

Costa Coffee ist eine bekannte Marke, die urspruenglich aus Grossbritannien kommt und in mehr als 20 Laendern vertreten ist. Das Logo auf dem Bild ist eine Verballhornung der eigentlichen Costa-Marke, die ohne den Zusatz 'Rica' auskommt. Ansonsten ist aber alles 1:1 uebernommen. Ein annehernd perfekter Markendiebstahl.

Aufgenommen in Erbil / Irak im November 2010.

Gleich nebenan ist Burger King, oder vielmehr 'Burger Queen'.