Wir alle lernen in Carmina Burana, dass sich das Rad immer weiter drehen wird. Und so ist der Lauf des Lebens nicht aufzuhalten. Viele haben's versucht, jeder ahnt wieviele Schoenheitsoperationen Divas wie Michael Jackson hinter sich haben. Ueber die Resultate laesst sich allerdings streiten.
Der Lauf der Politik ist aehnlich, denn auch dort geht die Party immer weiter. Lang erwartet, von manchen heiss ersehnt, trat Guttenberg zurueck nachdem aus dem Skandaelchen ein Skandal wurde. Und nun ist Westerwelle an der Reihe gewesen. So dreht und dreht sich das Personalkaroussel in der deutschen Politik wieder ein Stueck weiter. Schon bald wird die Personalie Westerwelle unter ferner liefen eingestuft werden. Der normale Buerger hat sich daran gewoehnt, dass Politiker auswechselbar sind. Und es schockiert nur die wenigsten, wenn mal wieder ein Abgang gemeldet wird.
Auch Politiker muessen die Zeichen der Zeit erkennen und ihre Schluesse ziehen. Nicht nur Wirtschaftsbosse oder einfache Angestellte. Ist die Leistung verfehlt, sind Konsequenzen noetig. Das sollte in der Politik ebenso selbstverstaendlich sein wie in der freien Wirtschaft.
Monday, April 4, 2011
Sunday, March 6, 2011
Die (ausge)fabelhaften Guttenbergs
Dem (mittlerweile ehemaligen) deutschen Verteidigungsminister zu Guttenberg ist dieser Tage viel zu verdanken. Beinahe haette er die Freiheitskaempfe in Libyen vergessen gemacht und seine Popstar-gleiche Popularitaet hat in weiten Teilen der Bevoelkerung offenbar nicht gelitten.
Nun frage ich mich, ob es sich fuer einen Politiker wirklich schickt, eine wissenschaftliche Arbeit derartig mit unmarkierten Zitaten zu versieben, dass sie am Ende gar nicht mehr als eigene Schoepfung gelten darf. In meiner Zeit an der Universitaet war die Sache sehr einfach: wer schummelt, fliegt raus. Dass man dann ggf. auch seinen Titel zurueckgeben muss, war damals allen klar. Und das sollte auch einem so sehr gefeierten Politiker bewusst sein. Von hohen moralischen oder qualitativen Anspruechen (hier sinngemaess von mir zitiert, jedoch ohne genaue Quellenangabe und Zitatstriche) ist nicht mehr viel uebrig.
Witzige Randbemerkung: Gibt man auf google.com die Begriffe
guttenberg moralische ansprueche rede originaltext
ein, so ist heute der 6. Treffer bereits ein Link auf wikipedia.de zu 'Grimms Maerchen' zu finden.
Nun frage ich mich, ob es sich fuer einen Politiker wirklich schickt, eine wissenschaftliche Arbeit derartig mit unmarkierten Zitaten zu versieben, dass sie am Ende gar nicht mehr als eigene Schoepfung gelten darf. In meiner Zeit an der Universitaet war die Sache sehr einfach: wer schummelt, fliegt raus. Dass man dann ggf. auch seinen Titel zurueckgeben muss, war damals allen klar. Und das sollte auch einem so sehr gefeierten Politiker bewusst sein. Von hohen moralischen oder qualitativen Anspruechen (hier sinngemaess von mir zitiert, jedoch ohne genaue Quellenangabe und Zitatstriche) ist nicht mehr viel uebrig.
Witzige Randbemerkung: Gibt man auf google.com die Begriffe
guttenberg moralische ansprueche rede originaltext
ein, so ist heute der 6. Treffer bereits ein Link auf wikipedia.de zu 'Grimms Maerchen' zu finden.
Friday, January 14, 2011
Nordzypern
So, Angie hat es also nach Zypern geschafft. Hoert man Zypern, denkt man gerne an traumhafte Straende, tolle Hotels und... eine geteilte Insel. Selbst Nikosia ist zweigeteilt und es wirkt bei einem Besuch hueben wie drueben wie ein Anachronismus. Als Deutscher denkt man ja gerne, dass nach der Ueberwindung der deutschen Teilung alle anderen geteilten Laender/Nationen auch wiedervereinigt werden sollten. Den Jemen zum Beispiel, wo das Experiment nach wie vor mit grossen Schwierigkeiten verbunden ist, wuerde ich als zumindest teilweise gescheitertes Experiment in dieser Hinsich darstellen.
Die Situation in Zypern scheint mir anders zu sein. Hier gibt es noch reichlich Polemik, offensichtlich v.a. auf griechisch-zyprischer Seite. Dass die Inseltuerken per Referendum eindeutig fuer eine Wiedervereinigung und die Inselgriechen dagegen gestimmt haben zeigt mir zumindest, dass die Menschen im Sueden nur bedingt Interesse an einer Wiedervereinigung haben, bei der sie zwar ein wiedervereinigtes Land haben, aber nicht nach Gutduenken darueber bestimmen koennen. Das weckt Gefuehle an die 60er und 70er-Jahre.
Dass Angela Merkel es ueberhaupt nach Zypern (und sogar Malta!) geschafft hat, ist zwar sicherlich begruessenswert, aber dass sie nicht auch ein klares Zeichen gesetzt hat indem sie auch in den Norden reist - das erschliesst sich mir nicht. Man muss immer mit beiden Streithaehnen sprechen, um die Wahrheit herauszufinden und sich eine wirkliche Meinung bilden zu koennen. Ein 'rein touristischer' Besuch im Norden haette ihr nicht nur ein paar Perlen der zyprischen Architektur und Kultur gezeigt, sondern auch Einfuehlungsvermoegen als Kanzlerin eines ehemals geteilten Landes demonstriert. Eine verpasste Chance.
Die Situation in Zypern scheint mir anders zu sein. Hier gibt es noch reichlich Polemik, offensichtlich v.a. auf griechisch-zyprischer Seite. Dass die Inseltuerken per Referendum eindeutig fuer eine Wiedervereinigung und die Inselgriechen dagegen gestimmt haben zeigt mir zumindest, dass die Menschen im Sueden nur bedingt Interesse an einer Wiedervereinigung haben, bei der sie zwar ein wiedervereinigtes Land haben, aber nicht nach Gutduenken darueber bestimmen koennen. Das weckt Gefuehle an die 60er und 70er-Jahre.
Dass Angela Merkel es ueberhaupt nach Zypern (und sogar Malta!) geschafft hat, ist zwar sicherlich begruessenswert, aber dass sie nicht auch ein klares Zeichen gesetzt hat indem sie auch in den Norden reist - das erschliesst sich mir nicht. Man muss immer mit beiden Streithaehnen sprechen, um die Wahrheit herauszufinden und sich eine wirkliche Meinung bilden zu koennen. Ein 'rein touristischer' Besuch im Norden haette ihr nicht nur ein paar Perlen der zyprischen Architektur und Kultur gezeigt, sondern auch Einfuehlungsvermoegen als Kanzlerin eines ehemals geteilten Landes demonstriert. Eine verpasste Chance.
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