So, Angie hat es also nach Zypern geschafft. Hoert man Zypern, denkt man gerne an traumhafte Straende, tolle Hotels und... eine geteilte Insel. Selbst Nikosia ist zweigeteilt und es wirkt bei einem Besuch hueben wie drueben wie ein Anachronismus. Als Deutscher denkt man ja gerne, dass nach der Ueberwindung der deutschen Teilung alle anderen geteilten Laender/Nationen auch wiedervereinigt werden sollten. Den Jemen zum Beispiel, wo das Experiment nach wie vor mit grossen Schwierigkeiten verbunden ist, wuerde ich als zumindest teilweise gescheitertes Experiment in dieser Hinsich darstellen.
Die Situation in Zypern scheint mir anders zu sein. Hier gibt es noch reichlich Polemik, offensichtlich v.a. auf griechisch-zyprischer Seite. Dass die Inseltuerken per Referendum eindeutig fuer eine Wiedervereinigung und die Inselgriechen dagegen gestimmt haben zeigt mir zumindest, dass die Menschen im Sueden nur bedingt Interesse an einer Wiedervereinigung haben, bei der sie zwar ein wiedervereinigtes Land haben, aber nicht nach Gutduenken darueber bestimmen koennen. Das weckt Gefuehle an die 60er und 70er-Jahre.
Dass Angela Merkel es ueberhaupt nach Zypern (und sogar Malta!) geschafft hat, ist zwar sicherlich begruessenswert, aber dass sie nicht auch ein klares Zeichen gesetzt hat indem sie auch in den Norden reist - das erschliesst sich mir nicht. Man muss immer mit beiden Streithaehnen sprechen, um die Wahrheit herauszufinden und sich eine wirkliche Meinung bilden zu koennen. Ein 'rein touristischer' Besuch im Norden haette ihr nicht nur ein paar Perlen der zyprischen Architektur und Kultur gezeigt, sondern auch Einfuehlungsvermoegen als Kanzlerin eines ehemals geteilten Landes demonstriert. Eine verpasste Chance.
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